Reformpädagogik

Im Zuge dieser Arbeit werden unterschiedliche reformpädagogische Konzepte auf Basis von fünf Dimensionen (Ziel, Rolle, Entwicklung, Organisation und Methode) analysiert, um so ein strukturiertes Bild der einzelnen Konzepte zu erhalten. Es geht ganz bewusst nicht darum, ein umfassendes Bild der einzelnen reformpädagogischen Richtungen zu zeichnen. Die pädagogischen Ansätze werden auf die wesentlichen Aspekte der einzelnen Dimensionen reduziert. Dadurch wird es möglich, Rückschlüsse für die praktische Arbeit zu ziehen und Parallelen zwischen den VertreterInnen aufzuzeigen.

Reformpädagogische Ansätze können als Grundlage für modernen Unterricht, der neue Technologien wie Angebote des Social Webs inkludiert, dienen. Sie bieten in allen fünf Dimensionen wesentliche Impulse. Es geht um einen flexiblen Rahmen, in dem individuelle Angebote entwickelt werden. Diese müssen immer an den SchülerInnen und den sich ständig ändernden Rahmenbedingungen orientiert sein. Diese Angebote sind Teil einer vorbereiteten Umgebung, um so eigenständiges, freies und kooperatives Lernen zu ermöglichen. Durch einen entsprechenden Methodenmix und durch Methodenvielfalt werden alle Sinne angesprochen, um ganzheitlich und durch Erfahrung zu lernen.

Ziel des Unterrichts ist die optimale Vorbereitung auf die Anforderungen des (Arbeits-)lebens, um SchülerInnen zu aktiven, eigenständigen und selbstbestimmten Persönlichkeiten in einer demokratischen und sozial gerechten Gesellschaft zu machen. LehrerInnen und SchülerInnen sind PartnerInnen, die einander mit Respekt begegnen. Unterricht muss an der Entwicklung der Kinder orientiert sein. Eine Schule, die sich als Ort des Lebens begreift, benötigt entsprechende Strukturen. Jahrgangsübergreifende altersheterogene Klassen werden eingeführt. Klassenräume werden zu Facharbeitsräumen umgestaltet, die von den SchülerInnen aufgesucht werden. Um eine aktive Schulgemeinschaft zu ermöglichen, werden SchülerInnen und Eltern in die Gestaltung des Schulalltags eingebunden. Die LehrerInnenkonferenz dient zum pädagogischen Austausch und so zur Weiterentwicklung der eigenen Angebote. Jede Methode, die im Unterricht eingesetzt wird, muss verschiedene Sinne, die Muskeln (Körper), den Intellekt (Geist) und das soziale Gefühl (Emotion) ansprechen, um den Lernstoff zu erleben und zu erfassen. Die außerschulische Welt der SchülerInnen wird in den Unterricht einbezogen, um Interesse zu wecken. Durch Wiederholung wird der Lerninhalt gefestigt. Durch den offenen Unterricht wird zeitunabhängiges, individuelles Lernen ermöglicht. Fehler werden als Chance, daraus zu lernen, begriffen. Selbstbeurteilung, kooperative Korrektur durch die SchülerInnen, Feedback, Lernfortschrittgraphen, Abschlussdiplome und Berichte für Eltern und SchülerInnen ersetzen die klassische Leistungsbeurteilung.

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