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die arbeit als wolke
November 22, 2010Reformpädagogik
Oktober 27, 2010Im Zuge dieser Arbeit werden unterschiedliche reformpädagogische Konzepte auf Basis von fünf Dimensionen (Ziel, Rolle, Entwicklung, Organisation und Methode) analysiert, um so ein strukturiertes Bild der einzelnen Konzepte zu erhalten. Es geht ganz bewusst nicht darum, ein umfassendes Bild der einzelnen reformpädagogischen Richtungen zu zeichnen. Die pädagogischen Ansätze werden auf die wesentlichen Aspekte der einzelnen Dimensionen reduziert. Dadurch wird es möglich, Rückschlüsse für die praktische Arbeit zu ziehen und Parallelen zwischen den VertreterInnen aufzuzeigen.
Reformpädagogische Ansätze können als Grundlage für modernen Unterricht, der neue Technologien wie Angebote des Social Webs inkludiert, dienen. Sie bieten in allen fünf Dimensionen wesentliche Impulse. Es geht um einen flexiblen Rahmen, in dem individuelle Angebote entwickelt werden. Diese müssen immer an den SchülerInnen und den sich ständig ändernden Rahmenbedingungen orientiert sein. Diese Angebote sind Teil einer vorbereiteten Umgebung, um so eigenständiges, freies und kooperatives Lernen zu ermöglichen. Durch einen entsprechenden Methodenmix und durch Methodenvielfalt werden alle Sinne angesprochen, um ganzheitlich und durch Erfahrung zu lernen.
Ziel des Unterrichts ist die optimale Vorbereitung auf die Anforderungen des (Arbeits-)lebens, um SchülerInnen zu aktiven, eigenständigen und selbstbestimmten Persönlichkeiten in einer demokratischen und sozial gerechten Gesellschaft zu machen. LehrerInnen und SchülerInnen sind PartnerInnen, die einander mit Respekt begegnen. Unterricht muss an der Entwicklung der Kinder orientiert sein. Eine Schule, die sich als Ort des Lebens begreift, benötigt entsprechende Strukturen. Jahrgangsübergreifende altersheterogene Klassen werden eingeführt. Klassenräume werden zu Facharbeitsräumen umgestaltet, die von den SchülerInnen aufgesucht werden. Um eine aktive Schulgemeinschaft zu ermöglichen, werden SchülerInnen und Eltern in die Gestaltung des Schulalltags eingebunden. Die LehrerInnenkonferenz dient zum pädagogischen Austausch und so zur Weiterentwicklung der eigenen Angebote. Jede Methode, die im Unterricht eingesetzt wird, muss verschiedene Sinne, die Muskeln (Körper), den Intellekt (Geist) und das soziale Gefühl (Emotion) ansprechen, um den Lernstoff zu erleben und zu erfassen. Die außerschulische Welt der SchülerInnen wird in den Unterricht einbezogen, um Interesse zu wecken. Durch Wiederholung wird der Lerninhalt gefestigt. Durch den offenen Unterricht wird zeitunabhängiges, individuelles Lernen ermöglicht. Fehler werden als Chance, daraus zu lernen, begriffen. Selbstbeurteilung, kooperative Korrektur durch die SchülerInnen, Feedback, Lernfortschrittgraphen, Abschlussdiplome und Berichte für Eltern und SchülerInnen ersetzen die klassische Leistungsbeurteilung.
Instructional Design
Oktober 27, 2010Ziel von allen Instructional Design Modellen ist es, auf Basis von Lerntheorien, Lernen zu unterstützen. Um dies zu erreichen, bedienen sie sich, je nach Lerninhalt, der Eigenschaften des Lernenden und des Lernziels, verschiedener Ansätze aus den unterschiedlichen Theorien und Modellen. Diese Theorien und Modelle werden in dieser Arbeit auf vier Dimensionen (Lerntheorien, Lernmethoden, Lerntypen und System/Struktur) reduziert, die die Basis für die Konstruktion von gelungenen Instructional Designs darstellen. Zentrum jeder Methode ist die Idee für eine Unterrichtseinheit oder Methode, die auf Basis der vier Dimensionen zu einem didaktischen Angebot wird.
Viele Ansätze aus den vier Dimensionen des Instructional-Designs können bei der Gestaltung modernen Unterrichts mit Social Web Angeboten herangezogen werden. Zum Teil überschneiden sich die Erkenntnisse mit reformpädagogischen Ideen, oder sie liefern die wissenschaftliche Grundlage für die zuvor entwickelten praktischen Modelle.
Um Rückschlüsse für den Einsatz für den Unterricht mit Social Web Anwendungen zu erlangen, werden die verschiedenen Lerntheorien und Lernmethoden auf Basis der Lernzieltaxonomien von Bloom analysiert. Auf Basis dieser Analyse lässt sich feststellen, dass für den Einsatz von Social Web Anwendungen im Unterricht Wissensvermittlung eher mit Hilfe von konstruktivistischen und konnektivistischen Ansätzen stattfinden kann. Für den Einsatz im Unterricht mit Social Web Angeboten erscheinen kooperative und kollaborative Ansätze des Lernens am sinnvollsten. Basis dafür ist selbstorganisiertes Lernen. Lernen findet ortsunabhängig (Weblog und Wiki) und in unterschiedlichen Gruppen (klassenintern, klassenübergreifend, schulintern und schulextern) statt. Ziel ist es, Lernen zu lernen und den Weg zu Wissen zu vermitteln. Die verschiedenen Definitionen von Lerntypen liefern einen Leitfaden, um Stärken und Schwächen von SchülerInnen bei der Wissensaufnahme zu erfassen. Grob können sie in an der Verarbeitung von Wissen orientierte und auf den Wahrnehmungskanal fokussierte Ansätze zusammengefasst werden. Auf Basis der beschriebenen Instructional Design Ansätze lässt sich ein Leitfaden für die Gestaltung einer Unterrichtseinheit mit Social Web Angeboten ableiten. Dieser bildet einen strukturellen Rahmen für die systematische Planung und Vorbereitung. Der Aufbau des Unterrichts orientiert sich am dramaturgischen Spannungsbogen nach Aristoteles. Am Beginn steht eine Einführungsphase mit einem Höhepunkt in der Arbeitsphase und am Schluss eine Reflexionsphase zur Nachbearbeitung und Vertiefung.
Realutopie
April 28, 2010bernd schorb fasst in seinem buch „Medienalltag und Handlung“ einen spannenden gedanken zusammen, der sich aus meiner sicht auch auf die reformpädagogInnen bezieht.
„Könnten sich mit der Technik auch die Gesellschaft und mit der Gesellschaft auch die Pädagogik und mit der Pädagogik sogar die pädagogischen Einrichtungen weiterentwickeln, so käme man der Realutopie, die schon so viele Pädagogen in der Provinz erträumt haben, ein Stück näher: dem Lernen in Selbstbestimmung und in Verantwortung vor sich und der Gesellschaft.“
Wo sich Reformpädagogik wiederfindet?
April 5, 2010Reformpädagogische Konzepte finden sich zu Beginn des 20. Jahrhundert in vielen Ländern. Die starke und differnzierte Bewegung in Deutschland brachte mit der Landerziehungsheimpädagogik und ihren unterschiedlichen VertreterInnen, dem Jena-Plan Peter Petersen, der Waldorfschule Rudolf Steiners unterschiedliche Konzepte hervor. In Österreich leistete die Schönbrunner Schule einen wichtigen Beitrag. In den USA entwickelte Helen Parkhurst den Dalton-Plan und John Dewey lieferte wichtige theoretische Grundlagen. Mit Célestin Freinet stellte Frankreich einen wichtigen Vertreter, in Spanien entwickelte Francisci Ferrers die Moderne Schule oder in Russland entwickelte Leo Tolstoi neue pädagogische Modelle. Maria Montessori entwickelte mit ihrem Modell einen wesentlichen Beitrag in Italien. Auch in England oder Indien wurden Modelle entwickelt und etabliert. Es zeigt sich also, dass die reformpädagogische Bewegung eine internationale war, die sich darüber hinaus auch ständig austauschte. So hatte Freinet Kontakt mit deutschen Reformpädagogen, Helen Parkhurst korrespondierte mit Maria Montessori und Peter Pertsen benannte seinen Jena Plan in Anlehnung an den Dalton Plan.